Themen

Themen der Konferenz

Soziale Sicherheit

In der Grundeinkommens­bewegung wird argumentiert, dass das Grundeinkommen Teil einer verlässlichen, präventiven und for allem menschen­rechts­konformen sozialen Absicherung für alle Menschen ist. In der Degrowth-/Postwachstums­bewegung wird davon ausgegangen, dass ohne eine ausreichende und bedingungslose soziale Sicherheit für alle Mitglieder einer der Gesellschaft kein gutes Leben für alle möglich ist. Existenzängste, Prekarisierung und soziale Spaltungen blockieren nötige Transformations­prozesse, so das Argument. Auch der Zusammenhang von Folgen des Klimawandels und Armut im globalen Süden wird diskutiert.

Demokratie

In der Grundeinkommens­bewegung wird argumentiert, dass das Grundeinkommen politische and demokratische Teilhabe der Menschen – bzgl. aller öffentlich-politischen Angelegenheiten, inkl. der Ökonomie – befördert, weil es a) diese Teilhabe grundsätzlich allen materiell ermöglicht, b) mit der Anerkenntnis des Grundeinkommens für alle Menschen eines Gemeinwesens zugleich eine grundsätzliche gleiche Anerkennung aller Menschen als Mitglied dieses Gemeinwesens gegeben ist und c) mit dem Grundeinkommen die politische und demokratische Teilhabe ohne materielle Erpressbarkeit ermöglicht wird. Umgekehrt wird argumentiert, dass ein Grundeinkommen auf demokratischem Weg eingeführt werden muss und die Einführung einer hohen gesellschaftlichen Zustimmung bedarf. In der Degrowth-/Postwachstums­bewegung wird argumentiert, dass eine nachhaltige Transformation zu einer Gesellschaft, Produktion und Konsumtion mit bedeutend weniger Ressorcenverbrauch und keiner Umweltzerstörung nur auf demokratischem Weg möglich ist, und dass nachhaltige Produktion und Konsumtion eine demokratische Organisation erfordern.

Alternative Ökonomie / Solidarische Ökonomie

In Teilen der Grundeinkommens­bewegung wird die demokratische und solidarische Gestaltung der Produktion und Distribution, die primär auf dem Gemeinwohl-, Bedürfnis- und Kooperations­prinzip und nicht auf dem Profit- oder Konkurrenz­prinzip basiert, im Zusammenhang mit dem Grundeinkommen diskutiert. Soziale Sicherheit durch ein Grundeinkommen befördert partizipative und demokratische Teilhabe und solidarische Grundeinstellungen auch in der Ökonomie. Außerdem ermöglicht es die materielle Sicherung und freie Zeit für den Aufbau und Aktivitäten im Bereich der alternativen und solidarischen Ökonomie. Insbesondere feministische Ansätze setzen dabei auf die Überwindung der derzeitigen Trennungs­struktur von bezahlter und unbezahlter Arbeit und die geschlechtergerechte Verteilung der Sorgearbeit. In Teilen der Degrowth­/Postwachstums­bewegung wird argumentiert, dass es – im Gegensatz zur profit- und konkurrenz­getriebenen Ökonomie – nur mit einer demokratischen und solidarischen Gestaltung von Produktion und Konsumtion, also im Rahmen solidarischer Ökonomie, möglich ist, den Ressourcen­verbrauch und Umweltzerstörung zu stoppen. Darüber hinaus werden konkrete Möglichkeiten und die Notwendigkeit freier Zeit für verschiedene Formen der kooperativen Eigenarbeit im informellen, unbezahlten Sektor diskutiert und praktische Ansätze ausprobiert.

Individuelle und kollektive Zeitsouveränität

In der Grundeinkommens­bewegung wird argumentiert, dass das Grundeinkommen einen souveränen Umgang mit der eigenen und kollektiven Arbeits- und Lebenszeit ermöglicht, weil die grundlegende Absicherung der Existenz und gesellschaftlichen Teilhabe gegeben ist, wobei Zeitsouveränitat in quantitativer und qualitativer Hinsicht zu betrachten ist. Quantitativ meint den Zeitumfang, zum Beispiel den Umfang der Erwerbsarbeit. Qualitativ meint die Zeitverwendung, zum Beispiel im Hinblick auf die Ziele der Tätigkeit in der jeweiligen Zeit. Zeitsouveränität ist eng verbunden mit den Themen soziale Sicherheit, Demokratie und solidarische Ökonomie. In der Degrowth-/Postwachstums­bewegung wird argumentiert, dass eine Verkürzung der Erwerbsarbeitszeit und mehr verfügbare Zeit für andere Tätigkeiten ein Transformations­projekt hin zu einer Postwachstums­gesellschaft seien.